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Alexandra Rother
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Gesprächsthemen der Einheimischen

Nepalesen schweigen lieber als zu debattieren. Das liegt an ihren mächtigen Nachbarn, glaubt Schriftsteller Pranaya Rana.

Hintergrund

Nepalesen erzählen gerne von Ihren Familien. Dauerthema (vor allem für die Männer) ist der Nationalsport Cricket, dessen Stars in der Gesellschaft enormes Ansehen geniessen. Auch die neuesten Kreationen aus der indischen Filmmaschinerie Bollywood werden ausführlich kommentiert. Grundsätzlich beklagen sich Nepalesen praktisch über nichts, sondern setzen auch in Konfliktsituationen ein breites Lächeln auf. Alles andere wäre schlecht fürs Karma.

Tipp 

Wer einen Nepalesen in Rage bringen will, braucht ihn bloss auf die indischen Nachbarn anzusprechen. Indien ist in Nepal vielerorts ein Reizthema. Abgesehen von den verehrten Bollywood-Stars sind Nepalesen tendenziell schlecht auf die als dominant und machthungrig geltenden Inder zu sprechen. Wer den Frieden wahren will, sollte das Thema „Indien“ daher besser ausklammern.

Schweigen und Lächeln 

,So it goes‘, dieser Ausspruch prangt in eleganten Lettern auf Pranayas Unterarm. Der junge Autor aus Kathmandu hat ihn sich vor einigen Jahren stechen lassen, als Hommage an seinen Lieblingsautoren, den Amerikaner Kurt Vonnegut. Der soll den Satz immer dann geäussert haben, wenn er nichts mehr zu sagen hatte. Pranaya findet, dass der Satz die nepalesische Volksseele treffend zusammenfasst. 
„Niemand in diesem Land hat je etwas wirklich Bedeutendes gesagt oder gewagt, mit Ausnahme vielleicht von Buddha. Aber das ist lange her. Wir leben alle vor uns hin, hier und jetzt, in diesem einen Moment. Was danach kommt, darüber machen wir uns kaum Gedanken.“ 
Pranaya ist Pessimist, auch wenn er das nicht gerne zugibt. Ihn stört der starke Gegenwartsbezug seiner Landsleute, das unkritische Denken, die fehlende Auseinandersetzung mit der eigenen Existenz, der Vergangenheit, der Zukunft. 

„Nepal ist ein winziger Flecken Land, eingeklemmt zwischen zwei riesigen und mächtigen Staaten. Wir Nepalesen sind unbedeutend, in jeder Hinsicht. Und manchmal glaube ich, dass uns das tief drin allen bewusst ist. Deshalb ziehen wir es vor, uns gar nicht allzu fest mit uns selbst und unserem Schicksal auseinanderzusetzen. Wir sprechen über unsere Kinder, über die Gemüsepreise, das Wetter. Und wenns mal richtig spannend würde, dann schweigen wir und lächeln.“

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