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Alexandra Rother
Nepal Trekking Expertin seit 1998.

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Kartenmaterial: Was ist zuverlässig?

Die Sadhus-nepalesiche Bettelmönche-wandern ein Leben lang umher. Ohne Ziel, aber mit einer grossen Hoffnung.

Hintergrund

Nepalesen sind extrem tolerante und unkomplizierte Gastgeber. Es gibt einige grundlegende Verhaltensregeln. Doch wer diese missachtet, braucht keine Konsequenzen zu fürchten. „Fehlverhalten“ wird oft einfach mit einem Lächeln quittiert. Ein paar Grundsätze: Schuhe ausziehen, bevor man jemandes Wohnung betritt. Anstatt dem Händeschlag zur Begrüssung faltet man die Hände vor der Brust und sagt „Namaste“. Flirten gilt als unanständig. Grundsätzlich ist im Umgang mit dem anderen Geschlecht stets Zurückhaltung geboten.

Tipp

Die linke Hand gilt in Nepal als die schmutzige Hand. Das rührt daher, dass sie unter anderem nach dem Toilettengang zur Körperreinigung verwendet wird. Wer in Nepal Waren entgegennimmt oder etwas bezahlen will, sollte dies nach Möglichkeit mit der rechten („sauberen“) Hand tun. Besonderen Respekt zollt man jemandem, wenn man dabei mit der linken Hand den rechten Unterarm berührt.

Geschüttelt und verwirrt

Bunt und wild türmen sich die Stoffe und Kleider auf dem Textilienmarkt mitten auf dem Dorfplatz in Dhulikhel. Wer es sich leisten konnte, mietete sich für ein paar Rupien einen der hölzernen Markstände. Alle anderen breiteten ihre Waren frühmorgens auf mitgebrachten Tüchern direkt auf dem Boden aus. Überall wird freundlich um Preise gefeilscht, werden Jacken anprobiert und Hemden zusammengenäht. 
Ich dränge mich in die engen Trampelpfade, die zwischen den Kleiderbergen hindurchführen, remple hie und da unabsichtlich andere Marktgänger an, entschuldige mich laufend und halte Ausschau nach einem Paar Socken. Einer meiner Wandersocken hat vorne ein grosses Loch. Ersatz muss her. Inmitten des Gewimmels sehe ich eine junge Mutter, die auf einer Plastikblache vor sich dutzende „North Face“-Wandersocken ausgelegt hat. Fälschungen, natürlich. Aber was solls. 
Ich wühle ein wenig in den Socken, zeige auf ein schwarzes Paar und frage die Verkäuferin, wieviel sie für die Socken gerne hätte. Sie versteht mich nicht und lächelt. 
Ich versuche es mit einem konkreten Angebot. „100 Rupien?“ Die Frau schüttelt langsam den Kopf und schaut mich an. „Ok, 150 Rupien?“ Wieder schüttelt sie den Kopf, will etwas sagen, macht es dann doch nicht und packt die Socken in einen zerknitterten Plastiksack. Ich verstehe nicht, was sie vorhat und mach ihr ein letzte Angebot. „Ok, 200 Rupien, letzter Preis!“ Die Frau schaut mir in die Augen, schüttelt wieder den Kopf, lächelt und drückt mir den Plastiksack mit den Socken in die Hand. Etwas perplex ziehe ich zwei 100-Rupien-Noten aus meiner Tasche und strecke sie der Verkäuferin hin. Sie zieht mir eine davon aus der Hand und deutet mir dann mit der anderen Hand an, dass das für sie so stimme. „Ok, ok“, lächelt sie. Ich bedanke mich und schlendere mit meinen neuen Socken auf den engen Trampelpfaden wieder aus dem Markt heraus. 

Erst Tage später erzähle ich einer Freundin beim Abendessen von der verwirrenden Begegnung auf dem Kleidermarkt in Dhulikhel. Sie lacht und erklärt mir, dass das Kopfschütteln in Nepal ein Zeichen der Zustimmung sei. Komisch, denke ich mir, wie bestimmte Dinge mancherorts etwas ganz anderes bedeuten als in unserer Kultur. Darüber würde wohl mancher Unverständige einfach nur den Kopf schütteln. 

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