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Alexandra Rother
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Kriminalität und Sicherheit

Peter hat angetrunken und ohne Führerschein einen Polizisten angefahren. Dann erhielt er eine Entschuldigung.

Hintergrund

Nepal ist ein sehr sicheres Reiseland. Überfälle oder gewalttätige Übergriffe auf Touristen sind extrem selten. Als Reisender wird man von der Polizei sehr zuvorkommend behandelt. Repressalien durch die Obrigkeiten sind keine zu befürchten. Die Behörden wissen zu gut, wie sehr die nepalesische Konjunktur vom Tourismus abhängt. Vorsicht geboten ist jedoch im Umgang mit Strassenkindern. In Thamel, dem Ausgangsviertel Kathmandus, sind sie teilweise in Banden unterwegs und können sehr unberechenbar sein.

Tipp

Immer wieder berichten Frauen, die solo durch Nepal reisen, von aufdringlichen Guides, die ihr Glück auf nicht immer sehr charmante Art versuchen. Es kann ratsam sein, als Frau nur in Begleitung eines Mannes oder in einer Gruppe auf Trekking-Touren und geführte Ausflüge zu gehen.

Leere Luxuszellen für Touristen

Die Gefängniszellen für Touristen im Polizeihauptquartier in Kathmandu seien wahre Luxuszimmer, erzählt Samik am späten Abend in einer gemütlichen Bar in einem Aussenbezirk der Stadt. Er hat sie mal besucht, als Journalist. Sie waren leer, wie fast immer. „Die buchten hier praktisch nie einen Touristen ein. Das schadet dem Ruf, und wenn du als Polizist nicht sehr gut begründen kannst, weshalb du einen Ausländer in die Zelle sperren willst, bist du deinen Job sofort los.“ 

Samik kennt die Polizei-Organisation der Hauptstadt gut. Sein Onkel ist ein hoher Offizier. Und als Reporter bei der Tageszeitung Kathmandu Post telefoniert er alle paar Tage mit einem hohen Beamten, um Fakten bestätigen zu lassen und nach spannenden Stories zu fragen. 

Als 20-jähriger hat Samik die Gefängniszellen auch mal als vorübergehender Gast von innen kennengelernt. Nicht die luxuriösen Touristenzellen, sondern die gewöhnlichen, dreckigen, überfüllten Zellen für Nepalesen. Er hatte den damaligen König Nepals in jugendlichem Hochmut öffentlich beleidigt und wurde für ein paar Tage weggesperrt, als Warnung. 

„Als Touristin wäre dir das nie passiert“, versichert er mir. „Für euch Westler gelten hier andere Massstäbe.“ 

Samik erzählt von seinem amerikanischen Freund Peter, der vor einem Jahr für ein paar Wochen nach Nepal zu Besuch kam. Peter und er hätten sich im Ausgangsviertel der Stadt einen trinkfreudigen Abend gegönnt und hätten sich irgendwann nach Mitternacht mit Peters Miet-Roller auf den Nachhauseweg gemacht. „Wir wurden von der Polizei angehalten, Verkehrskontrolle, und Peter fuhr den Beamten ohne Absicht um. Er war ziemlich betrunken und hatte keinen Fahrausweise bei sich.“ 
Der Polizist rappelte sich auf, zückte seinen Knüppel. „Doch als er sah, dass ein Weisser den Roller lenkte, begann er sofort, sich zu entschuldigen. Er hob die Hände, lächelte Peter breit an, wünschte eine gute Fahrt und deutete uns an, weiterzufahren.“ 

Samik beharrt darauf, dass die Geschichte sich genau so abgespielt habe. „In Nepal hast du als Tourist nichts zu befürchten. Du bist immer im Recht, etwas anderes kann sich die Polizei hier gar nicht leisten.“

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